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ERSTAUFLAGE/1228: Inhaltliche Zusammenfassung von Nr. 3361 (SB)


Leo Lukas

Ein heikler Handel

Perry-Rhodan-Heft Nr. 3361


Galaxis Grasoci, Joorgasystem, Tareen, 10. - 24. November 2255 NGZ

Um den Sternwürfel und damit Gucky zu finden, ist die Besatzung des PHOENIX mit der Legende, dem kosmischen Problemlöser, einen Handel eingegangen. Wenn es ihr gelingt, der uralten, eineinhalb Lichtwochen durchmessenden Wolke aus unendlich vielen Maschinen und Maschinchen das Erleben des Sterbens zu ermöglichen, hilft sie den Galaktikern, den Sternwürfel aufzuspüren, dessen Bau sie einst initiiert hatte. Sie hat vor 50.000 Jahren den Bürgerkrieg der Lanathan beendet, indem sie dem technikfeindlichen Zweig einen eigenen Planeten schuf. Sozusagen als Bezahlung erbat sie von den technikaffinen Lanathan, an einer Möglichkeit zu forschen, ihr das Sterben zu ermöglichen.

Die Einzelteile der Legende bestehen aus verschiedenen, kohlenstoffbasierten Verbindungen, die sich zu kristallinen Wabenstrukturen anordnen. In jeder der Kristallzellen existiert ein sehr komplexes selbstreplizierendes Makromolekül, das es ihnen ermöglicht, sich fortzupflanzen. Basierend auf diesem Umstand hatten die Lanathan vor 20 Jahren einen Erfolg verzeichnet, doch danach brachen die Berichte, die bislang regelmäßig bei der Legende eingingen, plötzlich ab. Nun steuert der PHOENIX, begleitet von der Legende, die aus Teilen ihrer Wolke einen Polymerroboter gebildet hat, die Galaxis Grasoci an, wo die Lanathan der Legende zufolge zuletzt heimisch waren.

Als sie am 21. November 2255 NGZ dort ankommen, werden sie von drei Schiffen, die plötzlich aus dem Hyperraum auftauchen, auf skurrile Weise kontaktiert. Insektoide fordern sie auf, auf ihr Schiff zu schießen. Sie würden dem Peripheren Raumrettungsnotdienst angehören und da der PHOENIX keinen Hauch besäße, müssten er und seine Besatzung gerettet werden. Ohne Hauch seien sie Freiwild und könnten von jedem Marodeur abgeschossen werden.

Als Bull sich dazu breitschlagen lässt, tatsächlich auf eines der fremden Schiffe zu feuern, muss er feststellen, dass selbst schwerste Kaliber gegen deren sogenannten Stellaren Hauch keine Chance haben. Aus diesem Grund soll er sein Schiff in die Obhut der Insektoiden übergeben. Denn gemäß den Regeln der interstellaren Raumfahrt geht das in einem in Notfall geborgene Schiff in den Besitz der Hilfeleistenden über. Wer sie dazu ermächtigen würde, wollen die Insektoiden nicht preisgeben. Sie betonen, dass der Besatzung kein Leid zugefügt werde, wenn sie vernünftig sei. Sie könne sich in Grasoci nach anderen Betätigungsfeldern umsehen. Für Bull stellt das schlicht Piraterie dar, weshalb er mit dem PHOENIX aus dem Stand in den Hyperraum springt und verschwindet.

Sky hat inzwischen ermittelt, dass es sich bei dem Hauch um ein molkexähnliches, sechsdimensional schwingendes Material handelt. Ihm war es gelungen, bei dem Funkkontakt ein Schadprogramm in den gegnerischen Rechner einzuschleusen und Daten abzugreifen. Demnach hätten die Schiffe der Insektoiden dem PHOENIX gar nicht gefährlich werden können, denn außer überragender Ortungsanlagen und dem beeindruckenden Stellaren Hauch hatte das Schiff nicht viel zu bieten.

Der PHOENIX fliegt zu einem Sternhaufen im Halo der Galaxis, wo die Lanathan den Angaben zufolge, die Sky aus dem Rechner des Piratenschiffes erbeutet hatte, noch leben. Man stößt auf ein weit ausgedehntes Netz aus projizierten höherdimensionalen Tastflächen. Jeglicher Einflug wird registriert. Es gibt ein aus Raumstationen gebildetes riesiges Portal, das man als Neuankömmling passieren muss, nachdem man um Einlass gebeten hat. Es wird flankiert von gigantischen durch Energiefelder erzeugten Werbeflächen, die die unterschiedlichsten Güter anpreisen. Dem PHOENIX wird der Einflug nur in Begleitung von zwei Lanathan gestattet. Bulls Hinweis, dass die Legende an Bord ist, wird mit Unglauben begegnet. Das könne jeder behaupten, der auch nur ein bisschen in der Historie der Lanathan bewandert sei. Auch der Polymerroboter kann die Lanathan nicht überzeugen.

Auf die Herkunft des Stellaren Hauchs angesprochen, reagieren die Lanathan zugeknöpft. Sie hätten ihn in fairem Gütertausch erworben. Von wem wollen sie nicht verraten. Bull und die Legende besuchen eine Fakultät für Biosynthwissenschaften. Es wird ein Gespräch mit einer Dekanin dieser Institution vereinbart. Zuvor müssen die beiden eine Veranstaltung besuchen, in der die Historie der Lanathan dargestellt wird. Darin wird der Problemlöser - also die Legende - als fremder Verführer dargestellt, der zu den Ahnen der Lanathan kam und deren Gesellschaft spaltete, die daraufhin unheilbar zu zerrütten drohte. Dass ein selbst verursachter Bürgerkrieg sie zu vernichten drohte und die Legende gebeten wurde zu helfen, wird in dieser Darstellung einfach unterschlagen, was den Polymerroboter sichtlich erzürnt.

Yurin Vebeedar, die Dekanin der biosynthwissenschaftlichen Fakultät, ist wesentlich aufgeschlossener als die anderen Lanathan. Sie erkennt, dass sie die wahre Legende vor sich hat. Bull trifft sie in einem Raum, deren technische Ausstattung der Legende bekannt ist, weshalb sie sich ihrer per Funk bedienen kann, was für Yurin Vebeedar einen Beweis für die Authentizität der Legende darstellt. Sie berichtet, dass ihr Vorgänger Tuumrath Wyym vor 20 Jahren verschollen ist. Ihm war der Auftrag anvertraut worden, für die Legende eine Möglichkeit zu finden, zu sterben. Er war oberster Denker der Forschungsanlage Kulia Sieben, die sich auf der Insel Laatrung auf Tareen befand, einem Planeten im Joorgasystem. Der betreffende Sektor steht allerdings seit zwanzig Jahren unter Quarantäne. Niemand ist seitdem dorthin geflogen, um nachzuforschen, was aus der geheimen Station geworden ist.

Nach langem Drängen rückt Vebeedar damit heraus, dass die Herrscher dieser Galaxis Portuu heißen. Von ihnen stammt der Stellare Hauch. Sie haben ein Monopol auf ihn und spielen die Völker der Galaxis gegeneinander aus, um ihren Gewinn zu maximieren. Keines von ihnen will es sich mit den Portuu verscherzen, die Spione in sämtlichen relevanten Machtblöcken installiert haben, um das Geheimnis um den Stellaren Hauch mit allen Mitteln zu wahren.

Reginald Bull will ins Joorgasystem fliegen. Yurin Vebeedar empfiehlt, dass er zuerst bei der dem System am nächsten liegenden Handelsbastion SekKon-11 vorstellig wird. Dort versucht der Kommerzwart Driéposch in der Hierarchie der Portuu aufzusteigen, was ihm wegen eines Fehlers bislang verwehrt wurde. Der einzige, der noch unter ihm steht, ist der Hilfsfunker Sioryn. Als Driéposch auf das fremdartige Kleinstraumschiff, das sich der Station nähert, aufmerksam wird, funkt er es sofort an, um den Stellaren Hauch zu verkaufen. Bull lehnt ab, was der Portuu nicht verstehen kann.

Als sich der PHOENIX Tareen nähert, fängt Sky ein Hyperfunksignal auf. Besucher werden aufgefordert umzukehren, weil der Planet eine Todesfalle sei. Tareen sei von einem unkontrollierbaren Erreger infiziert worden und stehe deshalb unter Quarantäne. Meg Ontares mutmaßt, dass dieser Erreger wahrscheinlich genau das sein könnte, was der Legende zur Sterblichkeit verhelfen sollte. Geschützt durch ihre SERUNS wollen Bull, Liam Barstow, Meg Ontares und die Legende den Planeten untersuchen. Der PHOENIX passt vom Orbit aus auf sie auf, während sie mit dem Beiboot BENU landen.

Tareen ist eine Wasserwelt mit wenig Land. Es gibt nur eine Inselkette entlang des Äquators. Es ist nicht zu erkennen, welche nun Laatrung ist, auf der sich das Geheimlabor Kulia Sieben befinden soll. Man empfängt nur niederschwellige Energie-Emissionen. Alle Inseln weisen verlassene Gebäudestrukturen auf, die von der Pflanzenwelt zurückerobert worden sind. Auf einem Strand wird ein toter Lanathan entdeckt, dessen Körper seltsam deformiert ist. Die Leiche ist extrem hart, so als sei sie auf molekulare Weise strukturverhärtet, wie dies Haluter willentlich herbeiführen können.

Die Legende findet heraus, dass sich der Tote zu einem synthetischen Polymer umgewandelt hat. Ein Stück weiter werden aber auch Skelette von Lanathan gefunden. Löcher im Schädel weisen darauf hin, dass sie vermutlich mit einem spitzen Gegenstand ermordet worden sind. Es könnte sein, dass die skelettierten Lanathan von dem umgewandelten umgebracht worden sind. Möglicherweise waren sie immun gegen den Erreger gewesen und wurden deshalb getötet.

Es gibt keine lebenden Tiere. Allerdings muss es früher welche gegeben haben, denn man findet auch verhärtete Tierleichen, die technisierte Auswüchse aufweisen. Die Zunahme entstellter, versteinerter Lebewesen lässt darauf schließen, dass sich das Einsatzteam dem Zentrum des Ausbruchs nähert. Die Legende ermittelt die Koordinaten von Kulia Sieben. Da erwachen die Toten plötzlich zum Leben und greifen die Eindringlinge mit lautem Gepolter und Getrampel an. Nach hartem Kampf gelingt es dem Team, zum PHOENIX zurückzukehren, wo man zu der Erkenntnis kommt, dass der Virus seine Opfer erst verwandelt und dann tötet. Danach erweckt er sie zu einem Scheinleben, das nur dem einzigen Trieb folgt, den Erreger weiter zu verbreiten. Sind keine potentiellen Opfer mehr da, erstarren die Überträger, um wieder zu erwachen, wenn sie neue Vitalimpulse wahrnehmen.

Obwohl sie einen SERUN trug, ist Liam Barstow von einem der 'Wiedergänger' verletzt worden. Der Erreger wurde auf sie übertragen. Sie leidet bereits unter Lähmungen und der Verhärtung eines Armes. Um ihr helfen zu können, muss man unbedingt zu dem Geheimlabor vordringen. Nur dort könnte man ein Gegenmittel finden. Meg Ontares bleibt bei Liam Barstow zurück, während Reginald Bull und die Legende zur Insel Laatrung vorstoßen.

Driéposch hat den Auftrag bekommen, die Fremden, die den Stellaren Hauch für ihr Schiff abgelehnt haben, zu verfolgen. Besonderes Interesse hat der Roboter geweckt, der in Reginald Bulls Begleitung ist. Kann Driéposch diesen Auftrag zur Zufriedenheit seiner Vorgesetzten erfüllen, hat er endlich die Möglichkeit, in der Hierarchie der Portuu aufzusteigen.

30. Januar 2026


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